Thomas Cook Pleite – Auswirkungen auf die Hotels

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Milliardenverluste für Hotels

Versetzen wir uns heute mal in die Lage der Reiseziele beziehungsweise an die Menschen und Jobs vor Ort. Thomas Cook hat einen Marktanteil von mindestens 10 Prozent in den regulären Reisezielen. Mehrere Hunderttausend Reisende von Pauschalreisen sind von der Pleite betroffen und fallen nun aus.

Jeder einzelne Gast erzeugt Umsatz für das Hotel und jedes nicht verkaufte Zimmer schmerzt. Zehn Prozent weniger Gäste können den Unterschied zwischen Verlusten und Gewinn ausmachen, denn eine Mindestauslastung ist wichtig um das Personal bezahlen zu können und alle anderen Kosten zu decken (Strom/ Wasser/ Steuern/ etc).

Die touristische Infrastruktur ist angewiesen auf die Gäste

Denken wir weiter: Wenn weniger Gäste im Hotel verweilen, dann gehen weniger Gäste auswärts essen, bummeln durch die Straßen und kaufen Mitbringsel oder buchen Ausflüge. Jeder einzelne Laden merkt einen spürbaren Einbruch im Umsatz und damit einen Verkaufsdruck auf die verbliebenen Gäste. Es muss versucht werden zu überleben und möglichst eine höhere Prozentzahl an Gästen an sich zu binden. Einige Läden haben eventuell einen Geldpuffer und können sich länger über Wasser halten. Andere geben dann gezwungenermaßen auf, die Arbeitslosigkeit steigt. Thomas Cook hat in den Reisezielen auch eigene Reiseleiter und Agenturen. Die gesamten Busfahrer von Thomas Cook sind nun nicht mehr gebraucht.

Man merkt schnell, dass ein solch großer Veranstalter einen großen Einfluss auf die Reiseziele hat. Wenn so ein Touristik-Riese fällt, zieht das große Kreise bis in die kleinsten Reiseziele.  Ob damit dann die Preise sinken weil die Nachfrage gefallen ist oder ob sie steigen weil weniger Veranstalter dann höhere Preise wegen der Marktmacht haben, lässt sich noch nicht einschätzen.

Spanien hat bereits angekündigt, den touristischen Gebieten finanziell unter die Arme zu greifen. Es sind offene Rechnungen der Veranstalter, die an die Substanz gehen. Müssen die Hotels Personal entlassen, dann fallen auch weniger Steuern an was den Staat auch nicht erfreut. Es steht und fällt einiges mit Thomas Cook. Ich bin gespannt wie es weitergeht.

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