Fluggast rausgeschmissen! – Ihre Rechte bei Überbuchung

Veröffentlicht von

Eingecheckt und angeschnallt – Rausschmiss wegen Überbuchung?!

Man hörte es vor kurzer Zeit in den Medien: United Airlines hat seine Maschine überbucht und nicht genug Sitzplätze für die Passagiere im Flugzeug. Ein Skandal!

Da stellt man sich zuerst ein paar Fragen:

  • Wie kann es sein, dass mehr Menschen in ein Flugzeug kommen als Sitzplätze zur Verfügung stehen? Eine Mehrfachbelegung hätte auffallen müssen beim Check-In
  • Warum wird eigentlich überbucht und was habe ich dann für Rechte?

Es ist schon ein Kracher. Da bucht man seinen Urlaub oder einen Flug und hat seine Boardkarte am Flughafen und im Flugzeit wird festgestellt, dass mehr Fluggäste da sind als Sitzplätze. Dass jetzt nicht noch die Reise nach Jerusalem gespielt wird ist noch der einzige Trost.

Im Regelfall werden zuerst die Fluggäste angesprochen. Wer nicht dringlich fliegen muss und noch warten kann auf den nächsten Flug. Es wird sogar Geld geboten abgesehen von der Erstattung des Tickets oder einer kostenlosen Umbuchung.

Findet sich kein Freiwilliger, dann muss die Airline eine Auswahl treffen wer nicht mitfliegen darf. Negative Presse ist für die Airline garantiert und das Image leidet. Die Airline hat das Hausrecht und kann hier selbst wählen. In diesem Fall war die Auswahl zufällig. Dass die betroffenen Personen dies nicht freiwillig machen ist vorstellbar, sonst hätten Sie die Möglichkeit mit monetärer Entschädigung bereits gewählt.

Da ein Gast sich weigerte, kam das Sicherheitspersonal und bei der „unruhigen Hinausbegleitung“ des Gastes hat dieser sich Verletzungen zugezogen. In den Medien ist das ein gefundenes Fressen zumal dies einige Mitreisende gefilmt haben.

Oftmals werden 5% der Flugplätze überbucht weil je nach Strecke und Erfahrungen einige Flüge nicht angetreten werden und so leere Plätze vermieden werden. Die Airline verdient aber dennoch genug daran, denn auch nicht angetretene Flüge werden nicht erstattet, stornierte Flüge haben genug Gebühren um der Airline dienlich zu sein.

Ihre Rechte

Gesetzt den Fall, dass Sie in eine solche Situation kommen, haben Sie folgende Rechte:

  • Ist der Flug seitens der Airline bestätigt und die Zahlung abgeschlossen, so besteht Beförderungspflicht
  • Die Airline kann diese Pflicht auch erfüllen durch eine Ersatzbeförderung z.B. durch Buchung eines anderen Fluges oder Bahntickets zum Reiseziel
  • Die Airline hat Hausrecht -> ist das Flugzeug überfüllt, kann die Airline einzelne Gäste abweisen und entweder umbuchen oder das Ticket erstatten.
  • Nach der EU-Fluggastrechteverordnung gibt es auch Anspruch auf Schadensersatz zwischen 200 und 600 Euro je nach Flugstrecke
  • Bei Umbuchung auf einen anderen Flug ist ebenfalls ein Anspruch entsprechend der Wartezeit auf Verpflegung und gegebenenfalls eine Übernachtung mit Transfer

Bei Flugverspätungen sind diese EU-Fluggastrecheverordnungen ebenfalls gültig, ab 3 Stunden Verspätung besteht ein Anspruch auf die Entschädigung und Erfrischungen und Mahlzeiten.

Ab 5 Stunden Verspätung ist es dann auch möglich vom Flug zurückzutreten und neben dem Flugpreis auch die Entschädigung zu fordern.

Zu beachten ist aber, dass bei höherer Gewalt oder außergewöhnlicher Umstände (z.B. Generalstreik oder Radarausfall, Aschewolke) keine Ansprüche gemäß dieser Fluggastrechteverordnung ableiten lassen.

Wie gehe ich vor?

  • Zuerst einmal beim Bodenpersonal melden und sich entsprechende Verspätungen auch schriftlich vom Personal bestätigen lassen für spätere Forderungen
  • Sämtliche Unterlagen zur Reise aufbewahren und am besten alles genau aufschreiben.
  • Nach der Reise die Airline schriftlich per Einschreiben kontaktieren, wichtig per Einschreiben, damit Frist etc nachgewiesen werden kann).
  • Forderungen entsprechend der Fluggastrechte stellen und Kopien für sich machen, die Originale mitschicken.
  • Nach 2-3 Wochen nachhaken wenn keine Antwort erhalten sowohl telefonisch (Namen notieren!) als auch schriftlich
  • Je nach Antwort freuen oder juristische Schritte erwägen

Quelle: https://www.wbs-law.de

 

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.